Gedichte


Verdreht

In einem ersten Himmel

wird es Nacht.

Nacktheit.

Schuld.
Verdunkelung von Tat.

Es folgen fahle Tage –

Friedenspresse.

Spiegelbild, gemünzt

in achtundzwanzig Punkten.

In einem zweiten Himmel

ruft noch ein Kind

es wagt den Sprung.

Das Karussell.

Es kreist

zu hoch,

zu schnell.

Die Scheibe dreht
Die Rösslein

laufen rund,

sie laufen wund.

 

Unerreicht. 
Unerhört.

© Valentina Dsora


Obskur

 

Eine Stimme durchbricht 

die Stille der Angst

 

Ungewiss woher

doch laut 

 

© Valentina Dsora


Les Rêves

 

Im Seelenraum

webt sich die Zeit

ihr Herzenskleid

 

Zum Traumgewand

leicht schmiegt sich’s an

changeant

 

© Valentina Dsora


Unbehaglich

 

Verwundete Erde

schürft Zeit

Wo bleibt sie - 

Haltewunschtaste

 

Verletzlich die Welt

die sich häutet 

 

© Valentina Dsora